Wissenschaftler der Universität Tübingen zu Besuch im Archäologiepark Altmühltal (APA)
Der Landkreis Kelheim und seine reiche archäologische Fundlandschaft standen im Mittelpunkt einer Exkursion der Universität Tübingen am Sonntag, 13. Juni 2010. Begleitet von Kreisarchäologin Dr. Ruth Sandner besuchte die 25-köpfige Gruppe mehrere Stationen des Archäologieparks Altmühltal.
Beeindruckt zeigten sich die Fachleute und interessierten Laien bereits von der ersten Station: Die begehbare Rekonstruktion des keltischen Stadttores von Alkimoennis an der Gronsdorfer Schleuse. Bei allen Rekonstruktionen und Nachbauten entlang des APA sind die Ergebnisse der so genannten Kanalgrabungen die Grundlage, erläuterte Sandner anhand von Grabungsplänen und Bildern. Diese Erkenntnisse anschaulich zu präsentieren ist das Ziel des Archäologieparks Altmühltal. Die Besucher aus Tübingen besichtigten neben den Befestigungsanlagen der keltischen Stadt aus dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus auch Gräber der Eisenzeit in Haidhof und Rekonstruktionen vorgeschichtlicher Wohnbebauung im keltischen Gehöft von Oberhofen. Besonders gefielen den Besuchern die Kurzgeschichten von Ernst W. Heine. Wissenschaft in spannende Kurzgeschichten verpackt ist eines der Markenzeichen des Archäologieparks Altmühltal.
Der Höhepunkt der Exkursion war der Anstich des Rennfeuerofens an der Schmiedestation in Altessing. Als die Gruppe eintraf, war der Ofen bereits von einer großen Besucherschar umringt, die den Ausgang des Experiments miterleben wollte. Zunächst wurde die Ofenwandung aufgebrochen. Erst dann konnte die noch glühend heiße Luppe geborgen werden - das Resultat von fast 24 Stunden schweißtreibender Arbeit. „Toll, dass wir so sogar bei einem archäologischen Experiment dabei sein können. Ausgegraben haben wir Schlacke schon. Gesehen, wie sie entsteht, noch nie“, so ein begeisterter Student aus Tübingen zum Experiment. Um einen vertieften Einblick in die Vorgeschichte des Altmühltals und die umfangreichen Funde der Kanalarchäologie zu bekommen, begleitete die Kreisarchäologin die Gäste noch in das Archäologische Museum der Stadt Kelheim.
Dr. Ruth Sandner zeigte sich sehr zufrieden mit dem Besuch. „Dass immer wieder Fachkollegen den Archäologiepark Altmühltal besuchen, freut mich sehr“, so Sandner. „Es zeigt, dass dem Landkreis ein qualitätvolles Konzept für die Vermittlung von Vorgeschichte gelungen ist.“
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